Facebook: Gesichtserkennung beim Tagging-Vorgang aktiviert
Freunde auf Fotos taggen ohne auf jedem Bild die Namen einzeln eintippen zu müssen– mit dem Ziel dieser Hilfestellung wurde die Gesichtserkennungsfunktion nun auch in Deutschland von Facebook eingeführt, nachdem sie bereits im Dezember 2010 in den USA freigeschalten wurde. Eine Software gleicht dabei alle bereits getaggten Fotos der Freunde mit den gerade hochgeladenen Bildern ab, ordnet den Gesichtern die entsprechenden Namen aus der Freundesliste zu und schlägt vor, diese automatisch in einem nächsten Schritt zu taggen. Dies kann jedoch auch vom Besitzer des Albums abgelehnt werden.
Die Vorteile für den User bestehen in der schnelleren Handhabung der Markierungen und besseren Orientierung in den Fotosammlungen. Der Nutzen für Facebook wiegt allerdings weit schwerer: Das soziale Netzwerk erhält nicht nur genaue Kenntnisse über das Aussehen der Nutzer, sondern auch über die Intensivität der Beziehungen unter den Facebook-Freunden. Taucht nämlich eine Person sehr häufig im Album des Nutzers auf, kann daraus geschlussfolgert werden, dass es sich um einen engen Freund handelt. Desweiteren werden durch das automatische Taggen Interaktionen verstärkt.
Es ist nicht möglich die neue Funktion abzuschalten. Sie erscheint ab jetzt nach jedem Foto-Upload. Nutzer, die in den Alben ihrer Freunde nicht vorgeschlagen werden möchten, können dies jedoch in den Privatsphäre-Einstellungen ändern, indem sie die Option „Freunden Fotos von mir vorschlagen“ deaktivieren.
Grund zur Sorge für viele Datenschützer bereitet die Tatsache, dass die Software selbst dann aktiv ist, wenn man das Vorschlagen des eigenen Namens verhindert hat. Facebook weiß also weiterhin, wer sich auf dem Foto befindet. Auch Google verfügt laut eigenen Angaben bereits über eine Technik der Gesichtserkennung, hat jedoch noch datenschutzrechtliche Bedenken.
Aus eigener Erfahrung kann die Autorin berichten, dass die Erkennung größtenteils nur fehlerhaft funktioniert. So behindern unterschiedliche Gesichtsausdrücke, wie breites Grinsen, oder Brillen, v.a. Sonnenbrillen, die Identifizierung der abgelichteten Person erheblich. Gelegentlich überrascht die Software allerdings auch mit unerwartet richtigen Ergebnissen.
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